Prüfungstipps7 Min. Lesezeit9. April 2026

Sonderfahrten erklärt: Autobahn, Überland und Nachtfahrt

Für den Führerschein Klasse B sind 12 Sonderfahrten gesetzlich vorgeschrieben: 5 Überlandfahrten, 4 Autobahnfahrten und 3 Nachtfahrten (§ 5 FahrschAusbO). Jede Fahrstunde dauert 45 Minuten. Die Sonderfahrten finden erst statt, wenn du die Grundfertigkeiten im Stadtverkehr sicher beherrschst.

Fahrschulauto auf der Autobahn bei Dämmerung  -  Sonderfahrten für den Führerschein

Was sind Sonderfahrten?

Sonderfahrten - offiziell 'besondere Ausbildungsfahrten' - sind Pflichtfahrstunden, die über den normalen Übungsverkehr hinausgehen. Sie bereiten dich auf Fahrsituationen vor, die im Stadtverkehr selten vorkommen: schnelles Fahren auf der Autobahn, längere Strecken über Land und Fahren bei Dunkelheit. Die Sonderfahrten sind in § 5 der Fahrschüler-Ausbildungsordnung (FahrschAusbO) gesetzlich vorgeschrieben.

Die 12 Pflicht-Sonderfahrten im Überblick

  • 5 Überlandfahrten (je 45 Minuten) - Fahren auf Landstraßen und Bundesstraßen
  • 4 Autobahnfahrten (je 45 Minuten) - Fahren auf der Autobahn oder autobahnähnlichen Straßen
  • 3 Nachtfahrten (je 45 Minuten) - Fahren bei Dämmerung oder Dunkelheit

Insgesamt sind das 12 Fahrstunden à 45 Minuten. In der Praxis werden Sonderfahrten oft als Doppelstunden (90 Minuten) durchgeführt, damit du längere Strecken fahren kannst. Die Reihenfolge legt dein Fahrlehrer fest - üblicherweise beginnen die Sonderfahrten nach einer soliden Grundausbildung im Stadtverkehr.

Überlandfahrten - sicher auf der Landstraße

Bei Überlandfahrten lernst du das Fahren auf Landstraßen und Bundesstraßen mit Geschwindigkeiten bis 100 km/h. Du übst das sichere Überholen, das Einschätzen von Kurven, das Fahren hinter Lkw und das Verhalten an Kreuzungen und Einmündungen. Rund um München bieten sich Strecken Richtung Starnberger See, Tegernsee oder ins Umland an.

Autobahnfahrten - Tempo und Spurwechsel

Auf der Autobahn übst du das Auffahren, Einfädeln, Spurwechsel und Ausfahren bei hohen Geschwindigkeiten. Du lernst den richtigen Abstand zu halten, die Spiegel regelmäßig zu kontrollieren und mit dem schnellen Verkehrsfluss umzugehen. Die typischen Übungsstrecken ab München sind die A8, A9 oder A95 - je nach Tageszeit und Verkehrslage.

Viele Fahrschüler haben anfangs Respekt vor der Autobahn. Das ist völlig normal. Dein Fahrlehrer wird die Geschwindigkeit schrittweise steigern und dich nur in Situationen bringen, die du bewältigen kannst.

Nachtfahrten - Fahren bei Dunkelheit

Nachtfahrten finden bei Dämmerung oder Dunkelheit statt. Du lernst das richtige Einsetzen von Abblendlicht und Fernlicht, das Fahren bei eingeschränkter Sicht und das Erkennen von Gefahren bei Nacht. Nachtfahrten werden im Winter häufig in den frühen Abendstunden durchgeführt, im Sommer erst ab ca. 21 Uhr.

Sonderfahrten bei B197 und BF17

Auch beim B197-Führerschein (Automatik-Prüfung mit Schaltberechtigung) und beim Begleiteten Fahren ab 17 (BF17) gelten die gleichen 12 Pflicht-Sonderfahrten. Es gibt keine Ermäßigung oder Befreiung - die Sonderfahrten sind für jeden Erstbewerber der Klasse B identisch.

Was passiert bei schlechtem Wetter?

Sonderfahrten werden grundsätzlich bei jedem Wetter durchgeführt - Regen, Schnee oder Dunkelheit sind sogar wertvolle Lernerfahrungen. Nur bei extremen Bedingungen (Glatteis, Sturm) wird die Fahrstunde verschoben. Dein Fahrlehrer entscheidet, ob die Bedingungen vertretbar sind.

Tipp: Bereite dich mental auf die Sonderfahrten vor. Lies vor der ersten Autobahnfahrt die Regeln zu Einfädeln, Abstand und Spurwechsel nach. So fühlst du dich sicherer und nutzt die Fahrstunde effektiver.

Häufig gestellte Fragen

Für den Führerschein Klasse B sind 12 Sonderfahrten à 45 Minuten gesetzlich vorgeschrieben: 5 Überlandfahrten, 4 Autobahnfahrten und 3 Nachtfahrten. Diese Anzahl kann nicht reduziert werden.
Die Sonderfahrten beginnen erst, wenn du die Grundfertigkeiten im Stadtverkehr sicher beherrschst. Dein Fahrlehrer entscheidet, wann du so weit bist - in der Regel nach 10 bis 20 Übungsfahrstunden.
Ja, Sonderfahrten sind in der Regel teurer als Übungsfahrstunden. In München kosten Sonderfahrten ca. 85 - 95 Euro pro 45 Minuten, während Übungsfahrstunden bei ca. 75 - 85 Euro liegen.
Ja, Sonderfahrten werden häufig als Doppelstunden (90 Minuten) durchgeführt, besonders Überland- und Autobahnfahrten. So kannst du längere Strecken fahren und bekommst mehr Routine.
Sonderfahrten sind Übungsfahrten, keine Prüfungen. Du kannst sie nicht 'nicht bestehen'. Wenn du Schwierigkeiten hast, übt dein Fahrlehrer die entsprechende Situation so lange, bis du sicher bist. Zusätzliche Übungsfahrstunden können aber extra kosten.

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